Umwelt - Mensch - Bildung 16.07. - 23.07. 2022

Was ist das World Fair Play Camp?

21 Jahre lang stiegen seit 1999 in der letzten Woche vor den Sommerferien ca. 300 Jugendliche aus Rheinland-Pfalz, Saarland, Belgien, Luxemburg und Frankreich auf ihre Fahrräder, um gemeinsam eine Runde durch die Großregion zu radeln.

Dabei setzten sie sich für Fairness und grenzüberschreitende Zusammenarbeit und offene Grenzen ein, trugen aber gleichzeitig auch einen aktiven Teil zur Entwicklungszusammenarbeit bei.

Im Jahr 2020 musste diese große Runde für die Schüler coronabedingt ausfallen. In einer einzigartigen Aktion fuhr Extremradler Helmut Wolf alleine und ohne Unterbrechung die vorgesehene Strecke (785) ab.

Da im Jahr 2021 auch noch keine Runde durch die Großregion möglich war, änderte Organisator Herbert Ehlen das Tour-Konzept in ein Camp-Konzept um.

Corona war eigentlich der Auslöser für die Umgestaltung der Fair Play Tour. Herbert Ehlen arbeitete aber schon länger an einer Weiterentwicklung dieses Fair Play Projektes. Bisher wurde der Focus bei der Fair Play Tour auf die Großregion im Herzen Europas gelegt. Auch wenn das Europäische Parlament noch viele Aufgaben zu bewältigen hat und die Einheit der EU noch auf wackeligen Beinen steht, so ist das grenzenlose Europa fast eine Selbstverständlichkeit. Wir müssen angesichts der gewaltigen globalen Herausforderungen den Focus der Schüler auf die Bedeutung  eines funktionierenden Kreislaufs auf unserem Planeten lenken. Dabei sollen die UN- Nachhaltigkeitsziele als Leitplanken dienen:

Mit der im Jahr 2015 verabschiedeten Agenda 2030 hat sich die Weltgemeinschaft unter dem Dach der Vereinten Nationen zu 17 globalen Zielen für eine bessere Zukunft verpflichtet. Leitbild der Agenda 2030 ist es, weltweit ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft zu bewahren. Dies umfasst ökonomische, ökologische und soziale Aspekte. Dabei unterstreicht die Agenda 2030 die gemeinsame Verantwortung aller Akteure: Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft – und jedes einzelnen Menschen.

Seit dem 24. Februar hat sich die Situation in Europa schlagartig geändert. Durch die agressive Invasion Putins in die Ukraine wird die Weltgemeinschaft zusätzlich zum bedrohlichen Klimawandel auf nahezu unlösbare Aufgaben gestellt. Die häufigen schrecklichen Wetterextreme in den letzten Jahren sollten eigentlich jedem menschlichen Wesen auf der Erde bewusst gemacht haben, dass nur ein schnelles gemeinsames Handeln die Klimakatastrophe noch verhindern kann. Statt einer einigen „Weltregierung“ verzetteln sich die Staaten in zerstörerische Kriege. Diese verschlingen enorme Summen an Geld, das für den Ausbau der erneuerbaren Energien dringend gebraucht wird und heizen stattdessen die Emission umweltschädliche Treibhausgase an. Außerdem führen dies Auseinandersetzungen zu unvorstellbaren Hungersnöten. In dieser Situation muss jetzt jedem bewusst werden:                     

Alles hängt mit Allem zusammen

Das sollte auch das Motto des diesjährigen World Fair Play Camps sein.

Und jeder Teamleiter sollte sich nach Kräften bemühen, den Kinder und Jugendlichen die Augen zu öffnen.

Umwelt – Mensch - Bildung

Der Mensch steht im Mittelpunkt, ist aber nur lebensfähig in einer intakten Umwelt. Das muss den jungen Menschen durch Bildungsprozesse vermittelt werden.

Im neuen Konzept wird neben dem Fair Play gegenüber dem Menschen künftig auch das Fair Play gegenüber der Umwelt stärker einbezogen, weil davon ganz entscheidend der Fortbestand unserer Erde und damit auch das Leben von Mensch und Tier auf diesem Planeten abhängt. Die Verzahnung von interessanten örtlichen Themen und der nachfolgenden theoretischen Aufarbeitung in Kleingruppen und im Plenum manifestiert den Bildungscharakter dieses Fair Play Projektes.

Die bisherigen drei großen Ziele der Fair Play Tour verfolgen wir natürlich auch weiterhin im Camp: Leistungsbereitschaft – Vernünftiges Verhalten  – Solidarität.

Leistungsbereitschaft ist in der Vorbereitung unabdingbar. Denn in der Zeit muss die durch Radtraining die körperliche Voraussetzung geschaffen werden, die Tagesetappen von 80 -100 KM zum Erreichen der Tagesziele zu schaffen.

Vernünftiges Verhalten wird sowohl in der Vorbereitung in Kleingruppen als auch während des Camps in Großgruppen geschult.

Das Ziel, Sensibilisierung für Solidarität bei den Jugendlichen, wird vor allem in der Vorbereitung durch Aktionen an den Schulen entwickelt. Seit Jahren wurden an den Fair Play-Schulen „Lebens-Läufe“ durchgeführt, deren Erlös der Welthungerhilfe zu Gute kam. Dies wird auch beim Camp so gehandhabt. Da es im Umkreis der Fair Play- Schulen immer wieder Menschen gibt, die in Not geraten sind, ist es auch angebracht, diesen zu helfen. Dabei kann man die Spendengelder splitten. Bei der Unterstützung der Welthungerhilfeprojekte soll jedem Schüler bewusst werden, dass wir Menschen aus den reichen Industrieländern eigentlich zu  dieser Hilfe verpflichtet sind, da wir seit Jahrzehnten durch massive Emissionen die Entwicklungsländer in Schwierigkeiten gebracht haben.                                                                 

Als Highlight zur Motivation der Schüler, sich Spendengelder zu verdienen, haben wir über die App teamfit eine Challenge eingebaut, in der die Schüler und auch die Erwachsenen durch Radfahren und Laufen über eine App Ausdauerpunkte sammeln, die in Euro umgerechnet werden. Je mehr Kilometer sie trainieren, umso  mehr Ausdauerpunkte können sie erreichen und demzufolge auch viele Euros zur Unterstützung unseres Welthungerhilfeprojektes in Burara (Burundi), eines Fluthilfeprojektes oder der Finanzierung des World Fair Play Camps generieren. Gleichzeitig werden sie durch die vielen Trainingskilometer fit gemacht für die langen Tagestouren (80 – 100 KM) beim Camp. Dabei können die Sponsoren selbst entscheiden, welches von den drei Spendenzielen sie favorisieren. Zur besseren Transparenz werden die Spendensummen in drei Tabellen auf dieser Website eingetragen.

Durch die Ausrichtung an einem Ort stellen sich zudem positive ökologische Aspekte ein: Keine LKW`S mehr, weniger Begleitfahrzeuge, weniger Plastikmüll. Weiterhin werden Gefahrenpunkte minimiert durch das Fahren in 30-er Radgruppen. Dadurch sind auch die Starts zu den Tageszielen, die Mittagspausen und die Ankünfte entspannter. Auch die Kontakte werden durch die Kleingruppen intensiver und persönlicher. Außerdem wird die Aufnahmefähigkeit bei den Schülern intensiver.

Wer kann teilnehmen?

Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten im Alter von 12 –  30 Jahren, die sich gerne bewegen und das auch noch in 50 Jahren in einer intakten Natur tun möchten. Dabei erfolgt die Anmeldung über Teams die in der Regel aus beliebig vielen Teilnehmer/innen und Betreuern bestehen. Ein Limit setzen wir mit einer Gesamtteilnehmerzahl von 150.

Was bietet das World Fair Play Camp den Teilnehmern?

Zuerst einmal ein tolles, nachhaltiges Gruppenerlebnis, bei dem einmalige Landschaften und Regionen erfahren und viele Freundschaften geschlossen werden.

Das neue Konzept Fair Play Camp ist untertitelt mit Umwelt, Mensch und Bildung. Es soll eine spannende, interessante und zugleich lehrreiche Woche für viele Jugendliche sein. Durch Vorbereitung und Nachbereitung können die Schüler/innen sich z.B. in Sachen Medienkompetenz verbessern. Dadurch, dass wir uns mit sechs Themengebieten beschäftigen, wird auch die Allgemeinbildung gefördert.

Als Ausrüstungspaket erhält jeder Teilnehmer ein Radtrikot mit 2 Hosen und 2 T-Shirts, möglicherweise 1 Windjacke.

In der Woche werden die Teilnehmer mit Getränken und Essen verpflegt.

Was erwartet das World Fair Play Camp von den Teilnehmern?

Da täglich zwischen 80 und 100 km gefahren werden, wird von den jungen Sportlern eine gute Vorbereitung erwartet. Ebenso versteht sich faires Verhalten und aktives Mitwirken an der Tour von selbst.

Das Training mit dem Rad zur Vorbereitung auf das Camp wird in diesem Jahr auch zum Spendensammeln genutzt, da in den Schulen coronabedingt kaum große Lebensläufe durchgeführt werden können. Teamleiter, Schüler, bzw. deren Eltern werben bei Sponsoren  für Spenden, die sie durch Radeln, Laufen oder Wandern verdienen wollen. Die Kilometerzahlen werden in der App teamfit erfasst. Möglich sind auch weitere Sportarten. Alle diese sportlichen Aktivitäten werden in der teamfit App in Ausdauerpunkte umgewandelt. Eine Spendensumme von 5000 € entspricht 1000000 Ausdauerpunkten. Die Sponsoren haben drei Möglichkeiten ihre Spende zu verteilen:

1.  an die Deutsche Welthungerhilfe (Iban: DE15 3705 0198 0000 0011 15) mit dem Vermerk: World Fair Play Camp Burara und erhalten von der WHH eine Spendenquittung. 

2.  an das Fluthilfeprojekt der Stadt Zülpich 

IBAN: DE74 3825 0110 0001 2100 20 – Sonderkonto Hochwasser – Zülpich hält zusammen. (World Fair Play Camp)

3.  an den Förderverein der Realschule Zülpich für die Finanzierung des Camps

Die Übernachtung erfolgt in der Turnhalle bzw. möglicherweise wegen Corona in Klassenräumen.  Schlafsäcke und Isomatten müssen mitgebracht werden.

Jeder Teilnehmer zahlt für die 8 Tage Betreuung, Versicherungen, Verpflegung und die angesprochene Bekleidung einen Teilnehmerbeitrag in Höhe von 200€.

Darin eingeschlossen sind 50  € als Spende für das World Fair Play Camp-Projekt der Welthungerhilfe in Burara, die als Anzahlung von den Teilnehmenden im Februar  auf das o.g. Konto der Welthungerhilfe überwiesen wird

Ablaufplan: Mal gespannt, was wir in dieser Woche erleben!

Themenorte, die die Kinder mit dem Rad erfahren

Braunkohlekraftwerk Weisweiler heute und in Zukunft

Hambacher Forst mit Alt- und Neu-Morschenich, Aktivistencamp, Seepark Zülpich

Vogelsang: Nationalsozialismus, Rassismus

Nationalpark Eifel – Zurück zur Natur, Wald, Artenvielfalt

Wasserkraftwerk Heimbach – Erneuerbare Energien

Abfallwirtschaftszentrum Mechernich – Recycling

Solarpark Kalenberg – Regenerative Energien

Römer in der Eifel

Freilichtmuseum Kommern – Wohnen vor der Industriellen Revolution

Kletterpark in Brühl

Haus der Geschichte  (Bonn)

Museum König (Bonn)

Theoretische Aufarbeitung

Jeden Abend werden den Kindern unter dem Motto: Umwelt–Mensch-Bildung  Denkanstöße mit Hilfe von ausgewählten Filmen oder Diskussionspartnern vermittelt. Die Themen, die dabei zur Sprache kommen sollen, stehen im Zusammenhang mit den Orten, die die einzelnen Radgruppen in dieser Woche besuchen.

 

Dabei sollen Probleme erkannt und benannt sowie Lösungsmöglichkeiten angesprochen werden. Es sollen Fragezeichen im Kopf übrigbleiben, die die jungen Menschen in Zukunft auch weiter beschäftigen. Im besten Fall erkennen die jungen Leute, dass sie Verantwortung übernehmen können und müssen, weil es ja um ihre Zukunft geht und sie die Themen dann auch in ihr Umfeld tragen -ähnlich wie die Kids von Fridays for Future. Deren Initiative folgend sollte Schule in diesem außerordentlich wichtigem Bereich ihrer ureigensten Bestimmung nachkommen, ihre Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorzubereiten. Die Institution Schule sollte sich nicht das Heft des Handelns aus der Hand nehmen lassen. Nur in einer „Zukunftsfähigen Schule“ können sich mündige und verantwortungsbewusste junge Menschen entwickeln.

Sternfahrt nach Zülpich

16. Juli 13:00 Uhr Treffen in Blankenheim. 

Empfang durch die Bürgermeisterin Jennifer Meuren am Weiher.

14:00 Uhr Abfahrt mit den Rädern nach Zülpich über Nettersheim, Kall und Eicks

17:00 Uhr Ankunft an der Karl- von- Lutzenberger Realschule

18:00Uhr Abendessen im Forum

19:00 Uhr Eröffnung des Camp

Begrüßung durch den Konrektor der KVL, Alex Hack

Hocheinradgruppe (6) auf den Song: Alles hängt mit allem zusammen

Begrüßung durch den Organisator des Camps, Herbert Ehlen

Meteorologe Karl Josef Linden

Vertreterin der Welthungerhilfe Hawa Grund Djigo

Revierförster Rolf Heller

Organisatorisches, Herbert Ehlen